Richard Hamilton

 
*1922 in London
1938-40 Studium der Malerei an der Royal Academy of Arts London
1948-51 Besuch der Slade School of Fine Art, Studium der Malerei sowie erste Zeichnungen zu dem Roman Ulysses von James Joyce
1956 Gruppen-Ausstellung in der Whitechapel Art Gallery mit dem Titel ´This is tomorrow´. Hamiltons Beitrag zu dieser Ausstellung ist die Collage ´Just what is it that makes today´s homes so different, so appealing?´
1968 Teilnehmer der documenta 4. Im gleichen Jahr kreierte Hamilton ein Poster im Weissen Album der Beatles.
1977 Teilnehmer der documenta 6
1977-78 enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Künstler Dieter Rot
1988 Hamilton erhält den Turner-Preis
2008 Auszeichnung mit dem Praemium Imperiale
2011 Hamilton stirbt in London

 

Richard Hamilton ist einer der interessantesten europäischen Künstler nach 1945. Hamilton suchte nach neuen visuellen Darstellungs-Formen, den Startschuss bildet die Collage ´Just what is it that makes today´s homes so different, so appealing?´, die 1956 in einer Gruppenausstellung gezeigt wurde und als früheste Arbeit der Pop Art gilt. In einem fiktiven Wohnzimmer, in dem die Hausfrau gerade mit dem Staubsauger auf einer Treppe hantiert, steht ein Bodybuilder mit einem riesenhaften Lutscher in den Händen auf dem das Wort Pop zu lesen ist (also von Lollipop) während auf der Couch eine nackte Dame posiert. Hamilton gibt in dieser Collage, unabhängig von der konstruierten Situation, wichtige Themen der Pop Art vor, nämlich die Verlockungen der Konsumwelt der Nachkriegs-Ära, das Thema Unterhaltung wie auch das Thema Sex. Dies´ ist insofern bemerkenswert, da die Pop Art in erster Linie eine amerikanische Strömung ist und Hamilton in England unabhängig vom amerikanischen Einfluss eine eigene Bildsprache entwickelte. Auf einer Reise in die USA, die Hamilton Anfang der 60er Jahre machte, stellte er genau dies verblüfft fest, denn die Pop Art hatte gewissermassen Triviales in Hohe Kunst überführt. Der Austausch zwischen Europa und den USA war in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg verzögert und geistige und künstlerische Einflüsse mussten auf beiden Seiten erst einen Adressaten finden.
Richard Hamilton hat ein sehr wichtiges grafisches Werk hinterlassen. Die bedeutenden Arbeiten zum Thema ´Bathers´, die in den 60er Jahre entstanden sind und auf denen Badende auf einer griechischen Urlaubsinsel zu sehen sind, werden in ihrer eigenen Ästhetik von heutigen Künstlern gerne zitiert. Darüberhinaus bin ich davon überzeugt, dass Hamilton in seiner Arbeit ´Bathers (a)´ von 1967 von Michelangelo Antonionis Film ´Blow up´ (1966) inspiriert wurde, also seinerseits die Auflösung des Motivs in einzelne Bildpunkte bzw. Farbflächen ausprobiert.
1970 gibt Hamilton den Siebdruck ´Kent State´ bei Dieter Dietz in Lengmoos, Bayern, in Auftrag, dessen Druck aufgrund der hohen Auflage und verschiedener technischer Probleme enorm aufwendig war. Hamilton reiste insgesamt fünf mal nach Bayern, um die Arbeit an ´Kent State´ zu begleiten. In dieser radikalen, vielschichtigen und komplizierten Arbeit gibt Hamilton ein Statement zur 68er Bewegung ab.
Weitere wichtige Arbeiten Hamiltons sind u.a. ´I´m Dreaming of a White Christmas´, 1967, ´I´m Dreaming of a Black Christmas´, 1971, ´Swingeing London´, um 1967, sowie ´Cosmetic Studies´ von 1969.
Richard Hamilton hat in seinen Arbeiten gerne mit verschiedenen Bildräumen gespielt, die er in späteren Jahren oftmals mit dem Computer bearbeitet hat. Hamilton ist im September 2011 in London gestorben, in der Stadt, in der er 1922 geboren wurde. Er vereinigt alles in sich, britische Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken, Witz und Perfektionismus.

 

Angebotene Arbeiten von Richard Hamilton:

Kent State, 1970

Siebdruck auf Papier
signiert R. Hamilton und nummeriert in Bleistift, gerahmt
Grösse: 72,0 x 102,2 cm
Auflage: 5.000 + 50 Künstlerabzüge
Druck: Dietz Offizin, Lengmoos
Herausgeber: Dorothea Leonhart, München

Referenz: Etienne Lullin (Herausgeber), Richard Hamilton. Druckgraphik und Multiples 1939-2002, No. 77.
Waddington Graphics No. 75.

900 EUR

Bathers (b), 1969

Dye-Transfer auf Dye-Transfer-Papier, auf Karton montiert
signiert R. Hamilton und nummeriert in Bleistift, gerahmt, mit Museumsglas
Grösse des Motivs: 39,0 x 54,0 cm
Grösse des Kartons: 48,0 x 64,0 cm
Auflage: 75
Druck: Creative Colour, Hamburg
Herausgeber: Petersburg Press, London, und Galerie Hans Neuendorf, Hamburg

Referenz: Etienne Lullin (Herausgeber), Richard Hamilton. Druckgraphik und Multiples 1939-2002, No. 74.
Waddington Graphics No. 72.

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Leopold BloomLeopold Bloom, 1983

Etching, engraving and aquatint on paper
Sheet: 75,5 x 56,5 cm
Subject: 52,8 x 36,8 cm
Edition: 120 + 12 Artist´s proofs
Printed by Richard Hamilton and Aldo Crommelynck, Paris
Published by Waddington Graphics, London
Reference: Lullin 139

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