Wolf Vostell

 

*1932

in Leverkusen
1953 Vostell beginnt eine Lehre als Lithograf; Besuch der Werkkunstschule Wuppertal
1954 Reise nach Paris
1955/56 Besuch der École nationale supérieure des beaux-arts Paris
1957 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
1958 Erstes Happening in Europa mit dem Titel Das Theater ist auf der Strasse in Paris
1959 elektronische TV-Dé-coll/agen angeregt durch die Arbeit von Karlheinz Stockhausen, der im elektronischen Studio des WDR arbeitete
Anfang der 60er Jahre Beginn der Fluxus-Bewegung, deren Mitbegründer Wolf Vostell ist. Fluxus (von lat. fluere - fliessen)
1961 Happening Cityrama in Köln
1962 Festum Fluxorum in Wiesbaden, bei dem Vostell neben Nam June Paik und George Maciunas an der Planung
beteiligt ist
1963 Happening 9-Nein-dé-coll/agen in Wuppertal
1964 Happening You in New York
1965 24-Stunden-Happening in der Galerie Parnass in Wuppertal
1967 Happening Miss Vietnam
1998 Wolf Vostell stirbt in Berlin; er wird in Madrid beigesetzt

 

Wolf Vostell ist eine der bedeutenden Künstler-Persönlichkeiten nach 1945 in Deutschland.
Seine Fähigkeit, ungewöhnliche Materialien einzusetzen, seine geistige Offenheit und sein feiner Sinn für Komposition, haben eine dauernde Wirkung. Wie dessen Weggefährte Joseph Beuys, hatte Wolf Vostell eine besondere Freude am Material. So betonierte Vostell 1968 einen Opel Kapitän ein. Vostell und Beuys nutzten das Happening als einmaligen Akt, Bewusstsein für künstlerische, geistige oder auch gesellschaftliche Prozesse zu schaffen. In seinen Décollagen arbeitet Vostell mit Verfremdungen von vorgefundenem Material aus Zeitungen und Zeitschriften und manche Arbeiten erinnern in ihrer Komposition und der freien Verwendung von Objekten an den amerikanischen Künstler Robert Rauschenberg.
Wolf Vostell ist in seinen Arbeiten oft eminent politisch. Die während des Kalten Krieges latent vorhandene Gefahr eines Atom-Kriegs wie auch den Krieg in Vietnam, thematisiert Vostell in seinen Arbeiten. Dabei spielen Bomber, wie auch bei seinem Kollegen Gerhard Richter, in den Arbeiten der 60er Jahre eine wichtige Rolle. Die Arbeit Starfighter (1967) aus der Mappe Grafik des Kapitalistischen Realismus zeigt aufgereihte Kampfjets der deutschen Bundeswehr auf einem Rollfeld. Die Arbeit B-52 (1968) verheisst ironisch die Verlockungen des Westens, indem diese Lippenstifte statt Bomben abwirft. In der Vorzugs-Ausgabe der Kunst-Zeitschrift Interfunktionen 1 von 1968, die wir anbieten, finden wir eine Collage Vostells, die auch das Thema Kriegsflugzeuge aufgreift: über dem Fridericianum in Kassel schwebt bedrohlich eine SR-71 Blackbird der U.S. Air Force, das bis heute schnellste Flugzeug überhaupt. Vostell greift in diesen Flugzeug-Darstellungen Bilder auf, die von den meisten Betrachtern mit Zerstörung in Verbindung gebracht werden. Die klare Aussage dieser Arbeiten ist eine europäische Resonanz auf die amerikanische Pop Art.

 

Angebotene Arbeiten von Wolf Vostell:

Vostell Age happeningsBuch mit Eisenzwinge (Klammerbuch), 1965
2 dé-coll/age-happenings

Siebdruck auf Karton
Grösse (mit Klammer): 24,0 x 12,0 x 18,0 cm
Auflage: 150
Herausgeber: Galerie René Block, Edition 1, Berlin 1965

Ein Dokument zu zwei Happenings aus dem Jahre 1965 in Berlin, an denen mehrere Künstler teilgenommen haben.

2.700 EUR